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DDR-Polikliken bundesweit?
Ulla Schmidt... hat die DDR-Polikliniken wiederentdeckt und will sie bundesweit etablieren. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann diese vergilbte Spielkarte aus dem Ärmel gezogen würde. Die Ministerin redet einmal mehr über Dinge, von denen sie nichts versteht. Da wird die unsinnige Vorstellung genährt, ein gemeinsamer Gebäudekomplex bedeute  bereits so etwas wie eine effektive und patientengerechte Medizin. Daß dies so nicht stimmt, können jene bestätigen, die lange genug in diesen Strukturen arbeiteten oder in ihnen betreut wurden. 
Zu diesen neuen Vorstellungen der Regierung haben sich viele Ärzten geäußert. Einige Beiträge (Quelle: www.facharzt.de) seien hier auszugsweise zitiert:

"Der Mangel in ostdeutschen Polikliniken war allgegenwärtig, die Patientenzeiten unerträglich lang, die Einzelpersönlichkeit des Arztes konnte sich nicht entfalten“ – Fazit des ehemaligen Ärztlichen Direktors einer der größten Polikliniken der DDR. Selbst ein Ende der achtziger Jahre eingeführtes Leistungssystem habe es nicht möglich gemacht, „die Fleißigen von den Bequemen zu trennen, da neben den medizinisch-fachlichen Kriterien vor allem auch ideologisches Andienen bewertet wurde“. „Die Zentralisierung war gerade der große Nachteil“, da dem Bürger lange Wege zugemutet werden mussten. „Und letztlich hatte die ärztliche Tätigkeit mit Freiberuflichkeit nicht das geringste zu tun.“ Seiner Meinung nach gehört es zu den großen Irrungen sozialdemokratischer Gesundheitspolitik, wenn angenommen wird, dass Polikliniken nach DDR-Vorbild eine Lösung der Misere sind. 

..... "Ulla Schmidt will bundesweit Polikliniken einführen – DDR- Erfahrungen nutzen’"  ..Eine von klassenkämpferischem Hass auf alle Fachärzte erfüllte Ministerin hat sich auf die Fahnen geschrieben, in kulturrevolutionärem Stil systematisch die wirtschaftliche Existenz von tausenden Arztfamilien (und deren Mitarbeiterinnen) zu vernichten. Und da fängt doch tatsächlich jemand mit dem mittlerweile Übelkeit verursachenden "es war nicht alles schlecht in der DDR" - Gequatsche an und faselt von Fußball und Skispringen. Als in der DDR ausgebildeter Chirurg wurde auch ich gelegentlich in die Poliklinik "strafversetzt" und weiß also aus eigener Erfahrung, wie so was läuft. Eine wie auch immer geartete Poliklinik wird in keinem Falle die medizinische Betreuung der Patienten durch die heute niedergelassenen Fachärzte ersetzen können - absolut unmöglich. ...Jeder halbwegs mit den Strukturen des deutschen Gesundheitswesens (und den Bedürfnissen des deutschen Patienten) Vertraute weiß, dass dies ein Hirngespinst bleiben und nicht ein einziger Cent eingespart werden wird. Aber die logische und unausweichliche Folge wird sein: Kassenpatienten (und zukünftig massenhaft nicht Versicherte) stauen sich mit dicken Kniegelenken, Asthmaanfällen und blutenden Wunden in den Fluren der Krankenhauspolikliniken; siehe hierzu USA - siehe Kinofilm "Besser gehts nicht". Und wer nicht von einem überlasteten und damit übellaunigen Assistenzarzt, der ich auch mal war, in der Ambulanz eines Kreis- oder Maximalkrankenhauses wirtschaftlich (also minimal-) versorgt werden will und sichs leisten kann, muss zu einem der wenigen übgriggebliebenen niedergelassenen Fachärzte gehen - und statt Chipkarte die Kreditkarte in den Kartenleser stecken... "

" Wenn Frau Schmidt die Praxen alle kauft und die Mitarbeiter bezahlt, kann der Punktwert bleiben, denn dann liegt das Unternehmerrisiko auf ihrer Seite.... Vielleicht will Frau Schmidt dann polnische, thailändische, russische und andere ausländische Kollegen einstellen..."
"Als in Schweden vor 30 Jahren das Gesundheitssystem sozialisiert wurde, haben die angestellten KH-Ärzte(bis heute!) maximal 10-15 Patienten pro Tag ambulant behandelt. Hat jemand einen Termin um 15:50 Uhr und verspätet sich um 15 Minuten so darf er einen neuen Termin erbitten, auch wenn er 80 Kilometer weit entfernt wohnt. 
Und er bedankt sich auch noch dafür, daß er ein 2.Mal anreisen darf! 
DIES Frau Schmidt können deutsche Ärzte MINDESTENS genauso gut! Sie brauchen daher 4 Ambulanz (Poliklinik-) Ärzte für EINEN frei niedergelassenen Facharzt. "
 

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"Frau Schmidt leidet an einem Realitätsverlust. Wo, bitte, soll das Geld für bundesweite Gesundheitszentren herkommen? Und: weiß Frau Schmidt überhaupt, was ein Kassenarzt täglich leistet? Konkret: wieviele Patienten ein Kassenarzt täglich behandelt. Glaubt Sie im Ernst, in Gesundheitszentren mit der gleichen Zahl von Kassenärzten wie jetzt auszukommen? Sie benötigt in bundesweiten Zentren das doppelte - wenn nicht gar das dreifache an Ärzten, um die gleiche Effizienz und Produktivität wie jetzt zu erreichen. Schon jetzt warten meine an die hiesige Augenklinik überwiesenen Patienten 5 Stunden auf die Behandlung! Es ist halt ein gewaltiger Unterschied, ob ich in der freien Kassenpraxis unter Druck stehe ("Sie, ich warte schon eine halbe Stunde!")oder ob ich angestellter Arzt mit Festgehalt bin. Sollte ich noch das Vergnügen haben, in einer staatlichen Poliklinik zu arbeiten"

"Welche Ärzte sollen dort arbeiten? Berufsanfänger und Pflichtassistenten? Wie soll dann die jetzige Qualität gehalten 
werden und, noch besser, der Ärzte-TÜV überstanden werden? 
Es gibt jetzt schon in Klinik und Praxis viel zu wenig Nachwuchs, 
in Leipzig werden in den nächsten 5 Jahren fast 50% der ambulant 
tätigen Ärzte in den Ruhestand gehen. Bisher bleiben die Stellen 
unbesetzt, da kein vernünftiger Mensch eine Praxis übernimmt, 
die er bei der gegewärtigen Ertragslage trotz eines 12-Stunden- Arbeittage nicht bezahlen kann. Diesen Stress gibt es in der Poliklinik nicht, selbst bei leistungsorientierter Bezahlung, denn bisher arbeitet jeder Hausarzt durch die Budgetierung wenigsten 1/3 des Quartals umsonst, sein Kollege in der Poliklinik bestimmt nicht. Dafür wird sein Personal nach Tarif und Stunden bezahlt, es untersteht nicht ihm, sondern einer gut funktionierenden, und daher entsprechend großen Verwaltung, es gibt Sozialpläne, Kündigungsschutz für die schlechtesten Mitarbeiter..., also Sozialismus pur für alle. "

"Da ich vor meiner Niederlassung 15 Jahre in einer Poliklinik gearbeitet habe, habe ich keine Angst davor und weiß, worüber ich rede. Letztenendes ist die DDR an der Unbezahlbarkeit ihres Systems gescheitert und die derzeitigen Reformideen unserer Regierung schicken die BRD auf den gleichen Weg. 
Keine Angst vor diesen neuen Mißgeburt. Sie läßt sich zu unseren Preisen von 1,68 Cent pro Punkt und in absehbarer Zeit nicht realisieren."
Besonders zufrieden an der Reform mache sie das „goldene Körnchen der Reform“, das Prinzip der Gesundheitszentren: „ Da ist endlich mal etwas Gutes vom Osten auf den Westen übertragen worden. Das ist mehr als das Ampelmännchen oder der Grüne Pfeil. Für die Ärzte im Osten ist es eine gute Erfahrung, dass nun mal ihre Kollegen aus dem Westen kommen und fragen: Wie macht ihr das hier eigentlich?“ 

Zum Thema Gesundheitszentren meinte Frau Schmidt: „ Da ist endlich mal etwas Gutes vom Osten auf den Westen übertragen worden. Das ist mehr als das Ampelmännchen oder der Grüne Pfeil. Für die Ärzte im Osten ist es eine gute Erfahrung, dass nun mal ihre Kollegen aus dem Westen kommen und fragen: Wie macht ihr das hier eigentlich?“ 
Dazu bemerkte ein weiterer Kollege sarkastisch:"Das ist schnell gesagt, hier nur ausgewählte Aspekte. Seltene und teure Medikamente gab es nur auf Sonderantrag. Auf elektive OP"s wartete man und wartete. Alte Patienten starben noch bis kurz vor der Wende an einer simplen Humeruskopffraktur, weil sie nicht operiert wurden. 
6 Stunden Wartezeiten für Patienten in mit Ölfarbe gestrichenen Polikliniken mit sozialistisch-kommunistischer Wartezimmerlektüre. 
Ultraschall? Fremdwort. CT? Fremdwort. 
Fazit für Patienten: Katastrophe 
Fazit für Ärzte: sieht man von dem Lohn ab (jeder Kranfahrer hatte mehr) wäre die Ärzte wirklich Gewinner, summarisch hätten sie es besser als Patienten: pünktlich Feieraaaaaaaaaaaaamd, Beutelsprechstunde (Patienten brachten kiloweise Westkaffee, Eier und Süsses, um schnelle Termine zu bekommen). 
Liebe Kollegen aus dem Westen: Ulla hat Recht. Von uns könnt Ihr siegen lernen.