| paednet.de | | adinfo | disclaimer | home | | www.PLanger.de |
.
| Abwege der Statistik |
| .
Gebrauch und Mißbrauch statistischer Methodiken gehen Hand in Hand. Die Beziehung ist so eng, daß das Wesen der Statistik mit dem einer Hure verglichen wurde. Das Verhältnis des Menschen zur Statistik ist aber nicht weniger kompliziert ,als die menschliche Natur selbst. Richtigerweise muß man feststellen, daß statistische Methoden und Analysen zum besten Rüstzeug gehören, das die Wissenschaft aufzubieten hat. Unzählige Einsichten und Entscheidungen in allen Lebensbereichen verdanken wir der Statistik und ihrer methodischen Entwicklung. Mit der Entwicklung leistungsfähiger und kleiner Rechenmaschinen,wie sie heute jedes Schulkind bedient, war ihr endgültiger Siegeszug vorprogrammiert. Kritische Stimmen, die vor einer Überbewertung warnen, haben es immer schwerer. Der seriöse Umgang mit statistischen Aussagen muß einige Voraussetzungen beachten, die nicht so selbstverständlich sind, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag:
Ergebnisse aus statistischen
Analyse-Verfahren gestatten generell nur mit Einschränkungen
kausale Rückschlüsse. Selbst hochsignifikante Rechenergebnisse
können in die Irre führen, wenn z.B. gewichtige statistische
Ladungen unberücksichtigt oder gar unerkannt bleiben. (Zschr.ärztl.Fortbild.
84 (1990) S.563.)
Auch heute gehören Fehler dieser Art zum Alltag, allerdings häufiger in der Folge charakterlicher Mängel, seltener durch grundsätzliche methodische Unkenntnis. Schockiert hat die Öffentlichkeit vor einiger Zeit die Tatsache eindeutiger wissenschaftlicher Fälschungen in der Grundlagenforschung . An der Tagersordnung sind Manipulationen mit betrügerischer Absicht in der Para-Medizin und vergleichbaren Bereichen. Fast zu bedauern sind dagegen solche armseligen "Forscher", die ein Ergebnis nicht wahrhaben wollen, weil es in ihr Erwartungsbild nun einmal nicht hineinpaßt. Da müssen die abenteuerlichsten Thesen und Formulierungen herhalten, um die geleistete Denkarbeit zu rechtfertigen. Der bekannte Satz, " Ein negatives Ergebnis ist auch ein Ergebnis", sagt sich leicht, ist aber offensichtlich nur schwer zu ertragen. Schließlich bleibt
das besonders trübe Kapitel statistischer Manipulation
im Auftrag der Politik oder in deren vorauseilendem
Gehorsam. Hier haben wir in letzter Zeit Beispiele von besonderer Skrupellosigkeit,
die deshalb so verabscheuenswürdig sind, weil sie sich mit süffisant
vorgetragenen Zahlen primär an Laien wie den Zeitungsleser (und
damit den Wähler) wenden und dort Wirkung zeigen. Die Zahl politisch
und weltanschaulich manipulierter Analysen und Ergebnisse ist
gewaltig und täglich zu erleben. Da werden in leichtfertigster Weise
abenteuerliche Zahlen angeblich unnötig verstorbener Patienten, fälschlich
operierter Menschen, durch "Elektrosmog" geschädigter Personen und
durch Impfungen geschädigter Kinder in die Welt gesetzt.
|