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| "Pädiatrie light" ? |
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"Quo vadis, Pädiatrie?" Diese
Frage beschäftigt unseren Berufsstand nicht erst seit heute.
Als was sollen sich Kinderärzte in eigener Niederlassung künftig
darstellen? Gibt es noch ein Identitätsbewußtsein, das diese
Bezeichnung verdient? Einst ausgestattet mit der Berufsbezeichnung
'Facharzt für...' haben wir uns aus dieser Gruppe auf Wunsch der Politik
fast vollständig exkommunizieren lassen und firmieren seither unter
dem Begriff "hausärztlich tätige ...", eine Bezeichnung, die
wir mit einem unglückseligen Teil der Internisten teilen.
Die Kinderärzte schlingern derweil
mehr oder weniger an seichten Ufern und es stellt sich die Frage, in welchem
Brackwasser künftige Pädiatergenerationen gedeihen sollen. Unser
historisch so erfolgreiches und schönes Fachgebiet ist über weite
Strecken Opfer einer ruinösen Honorarpolitik, die nahezu alle spezifischen
Leistungskompetenzen finanziell ausmerzte, obwohl diese zur unverzichtbaren
Arbeit des Kinderarztes gehören.
Auch künftig muß der ambulante Kinder- und Jugendarzt als unverzichtbarer Facharzt ausgewiesen sein, der in enger Zusammenarbeit mit den stationär tätigen Kollegen das große Spektrum akuter und chronischer Erkrankungen dezentral zu betreuen hat. Für diese Tätigkeit sind die Allgemeinmediziner schlicht nicht qualifiziert, und dieser Umstand muß bei aller Würdigung nötiger Kompromisse immer wieder hervorgehoben werden. Auf der anderen Seite sind die Nachteile einer in toto zentralisierten Pädiatrie, wie sie gelegentlich skizziert wird, hinreichend belegt. Wenn wir unser Hauptaugenmerk zunehmend
auf die weniger zentralen Felder unserer Arbeit richten, wird sich meines
Erachtens die ambulante Pädiatrie in der jetzigen Form über kurz
oder lang erledigt haben. Weite Teile des Impfwesens sind zum Beispiel
auch außerhalb einer kinderärztlicher Arbeit denkbar zu erledigen.
Andere Beispiele ließen sich aufführen.
Fordern wir die Politik in diesem Sinne zu verläßlichen Entscheidungen für die Zukunft auf. Die Fensterreden, in denen mit beglückender Regelmäßigkeit die Phrasen von den "Kindern als unserer Zukunft" zu hören sind, gelten spätestens dann nichts mehr, wenn es um die Bezahlung bestellter Leistungen geht. Lassen wir nicht zu, daß sich die ambulante Kinderheilkunde erneut zu einer mehr oder weniger verwässerten "Pädiatrie light" entwickelt, deren Ärzte als "Praeventologen", fortgebildete Sozialarbeiter oder rezeptierende Heilgehilfen im Schlepptau gesellschaftlicher Auftraggeber agieren. Dr. P. Langer
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