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Aus für die Kinderheilkunde? . |
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Wenn der designierte Präsident des BVKJ unter Bezugnahme auf den künftigen EBM ernsthaft davon spricht, daß der" Kinder- und Jugendmedizin das Grab gegraben" werde, dann sollte dies nach allen Seiten hin ein hörbares Signal sein. Mahnende Stimmen,
die eine Gefährdung unseres Fachgebietes zu sehen glauben, gibt
es seit langem. Es ist in der Tat so, daß die immer enger werdenden
Finanzierungsspielräume im Gesundheitswesen, aber auch die Verteilungskämpfe
innerhalb der Ärzteschaft einen besonders starken Druck auf solche
Versorgungsstrukturen aufbauen, die einem harten Effizienznachweis nur
unzureichend oder halbherzig nachzukommen scheinen.
Es besteht die Gefahr, daß all das einer sukzessiven Entsorgung anheimfällt, was preisgünstig, wenn auch notdürftig, von anderen mitversorgt werden kann. Der Blick in ausländische Gesundheitssysteme zeigt ja, daß der Kinderarzt in seiner deutschen Struktur durchaus als "Luxusmodell" mißverstanden und seine Existenz damit zur Disposition gestellt werden könnte. Aber auch unsere Verbandspolitik sollte sich zu kritischen Korrekturen der Selbstdarstellung durchringen. Die Gefahren der jetzigen Entwicklung müssen schnell und noch öffentlichkeitswirksamer dargelegt werden. Man muß der Öffentlichkeit nahe bringen, wie eine ortsnahe ärztliche Versorgung ohne Kinderarzt aussehen würde. Es reicht nicht, auf das beliebte Image des sozialengagierten "Gutmensch" zu setzen und gleichzeitig in zunehmenden Maße eine Art "Pädiatrie light" zu etablieren, die nur noch mit Mühe den Scharlatan vom ehrlichen Kinderarzt unterscheiden läßt. Mit einer solchen Entwicklung, der sich die Pädiatrie zur Zeit gegenüber sieht, waren wir bereits einmal in der alten DDR konfrontiert. Diese wird ja noch heute gelegentlich als Bollwerk kinderärztlicher Integrität gefeiert. Nur hält die Realität diesem nostalgischen Bild nicht stand. Bis zum Gesundheitsminister und dem ZK der SED mußte sich der damalige "Chef der DDR-Pädiatrie", Prof. Jährig, durchkämpfen, um dem Trend einer allgemeinärztlichen Kinderversorgung entgegen zu wirken und den hausärztlichen Pädiater zu bewahren. Der mir vorliegende Briefwechsel ist ein Zeugnis harter Auseinandersetzungen aus dieser Zeit. Retten wir deshalb die Pädiatrie von morgen! -pl- 22.07.03
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