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Aus für die Kinderheilkunde?
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Wenn der designierte Präsident des BVKJ unter Bezugnahme auf den künftigen EBM ernsthaft davon spricht, daß der" Kinder- und Jugendmedizin das Grab gegraben" werde, dann sollte dies nach allen Seiten hin ein hörbares Signal sein.

Mahnende Stimmen, die  eine Gefährdung unseres Fachgebietes zu sehen glauben, gibt es seit langem. Es ist in der Tat so, daß die immer enger werdenden Finanzierungsspielräume im Gesundheitswesen, aber auch die Verteilungskämpfe innerhalb der Ärzteschaft einen besonders starken Druck auf solche Versorgungsstrukturen aufbauen, die einem harten Effizienznachweis nur unzureichend oder halbherzig nachzukommen scheinen. 
Unverkennbar wird gegenüber den Kinderärzten seit längerem eine demontierende Strukturpolitik seitens der KBV und KV-en betrieben, die durch eine sytematische Ausgrenzung von Leistungsmerkmalen gekennzeichnet ist. Im neuen EBM 200+ findet diese Politik einen weiteren Höhepunkt. Den verbalen Beteuerungen unserer Politiker hinsichtlich einer kindgerechten medizinischen Betreuung wird ebenso entgegengearbeitet, wie dem gesellschaftlichen Ruf nach einer Betonung kindesbezogener Werte in unserem Land.

Es besteht die Gefahr, daß all das einer sukzessiven Entsorgung anheimfällt, was preisgünstig, wenn auch notdürftig, von anderen mitversorgt werden kann. Der Blick in ausländische Gesundheitssysteme zeigt ja, daß der Kinderarzt in seiner deutschen Struktur durchaus als "Luxusmodell" mißverstanden  und  seine Existenz damit zur Disposition gestellt werden könnte. 

Aber auch unsere Verbandspolitik sollte sich zu kritischen Korrekturen der Selbstdarstellung durchringen.  Die Gefahren der jetzigen Entwicklung müssen schnell und noch öffentlichkeitswirksamer dargelegt werden. Man muß der Öffentlichkeit nahe bringen, wie eine ortsnahe ärztliche Versorgung ohne Kinderarzt aussehen würde. Es reicht nicht, auf das beliebte Image des sozialengagierten "Gutmensch" zu setzen und gleichzeitig in zunehmenden Maße eine Art "Pädiatrie light" zu etablieren, die nur noch mit Mühe den Scharlatan vom ehrlichen Kinderarzt unterscheiden läßt. 

Mit einer  solchen Entwicklung, der sich die  Pädiatrie zur Zeit gegenüber sieht, waren wir bereits einmal in der alten DDR konfrontiert. Diese wird ja noch heute gelegentlich  als Bollwerk kinderärztlicher Integrität gefeiert. Nur hält die Realität diesem nostalgischen Bild nicht stand. Bis zum Gesundheitsminister und dem ZK der SED mußte sich der damalige "Chef der DDR-Pädiatrie", Prof. Jährig,  durchkämpfen, um dem Trend  einer allgemeinärztlichen Kinderversorgung entgegen zu wirken und den hausärztlichen Pädiater zu bewahren.  Der mir vorliegende Briefwechsel ist ein Zeugnis harter Auseinandersetzungen aus dieser Zeit. 

Retten wir deshalb die Pädiatrie von morgen!

-pl- 22.07.03