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Schreibabys 
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Es gehört sicher zu den schönsten Erfahrungen, ein schreiendes Kind erfolgreich zu beruhigen, das heißt, die Ursache seiner Unruhe erkannt und das Richtige getan zu haben. Nicht immer gelingt dies so problemlos. Manchmal scheinen die Kleinen mit nichts zufrieden zu sein, und die Ursache des Schreiens bleibt unklar. Eine kleine Gruppe von Kindern schließlich schreit "ständig" und anhaltend. Diese Kinder, nennen wir sie "Schreibabys", sind eine echte Belastung für die meist jungen Familien.
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Nach Untersuchungen von Prof. Otwin Linderkamp sind etwa 20% aller Säuglinge Schreibabys. Kennzeichen: jünger als 3 Monate; krakeelt mehr als 3 Stunden täglich, an 3 Tagen in der Woche und länger als 3 Wochen.
Auf der vergeblichen Suche nach den Ursachen dieser Unruhezustände hat sich  auch der  Begriff  "Drei-Monats-Kolik " eingebürgert, aber: 90% aller Schreihälse tun ohne organisches Leiden ihren Unmut kund. Sie haben ein schwieriges Temperament. Sie sind sensibel, unruhig, leicht zu irritieren und schwer zu beruhigen. Später sind einige hyperaktiv, kriegen mehr Wutanfälle und haben Schlafprobleme. Aggressiver als ihre Altersgenossen sind sie nicht. 
Das Schreien hat primär nichts mit komplizierten Eltern zu tun, aber das Gebrüll kann die Beziehung stören. Vor allem aber ist das Schreibaby ein "Kulturphänomen", denn in Südamerika oder Asien gibt es kaum Schreibabys. Dies meinen deutsche wie amerikanische Wissenschaftler. "Naturvölker" verstehen es besser ihre Babys zu beruhigen. Sie halten engen Körperkontakt und stillen mehr.  
Die heutige Elterngeneration hat bei uns wenig Gelegenheit zu beobachten, wie man mit kleinen Kindern richtig umgeht. Man sieht wenig Gelassenheit und statt dessen ein ungünstiges Perfektionsstreben: Von der Babymassage bis zum Babyschwimmen will man nichts auslassen. Dadurch überfordern Eltern sich selbst und das Kind. Oft sind unruhige Kinder auch Symptomträger einer problematischen Paarbeziehung oder von ungelösten Ängsten seitens der Eltern. Bindungsstörungen und Stress der Eltern übertragen sich auf das Kind. Andererseits verlieren Eltern ihr Selbstvertrauen und entwickeln Schuldgefühle. Kindesmißhandlungen nehmen zu, häufig werden die Kinder dann auch abgelehnt. Der Schrei ist ein Schrei nach Zuwendung.

Es gibt in einigen Kinderkliniken bereits spezielle Beratungssprechstunden für diese Problemkinder.
Hier können nur einige allgemeine Ratschläge gegeben werden:  Ruhigen entspannten Körperkontakt bieten, evtl.Tragetuch; klarer Tagesablauf mit festen Eß- und Spielzeiten. Wiederkehrendes Einschlafritual. Eventuell zur eigenen Entlastung stundenweise das Kind "verborgen". 
Komplett diesem Thema widmet sich www.trostreich.de
"Hilfe zur Selbsthilfe" bietet sehr schön eine Site solcher betroffenen Eltern.

.Zum  Problemkreis des hyperaktiven Kindes finden Sie eine gesonderte Seite hier.



Wenn man von diesen Problemkindern absieht, so bleiben dennoch bei  vielen Babys zumindest unruhige  Phasen, die ebenfalls nervenaufreibend werden können.  In den ersten Lebenswochen ist das Schreien des neugeborenen  Kindes noch ziemlich undifferenziert. Um so wichtiger ist es für die Eltern, der Ursache für das Schreien sofort auf den Grund zu gehen. Erst nach einigen Wochen kann das Kind unterschiedliche Schreirufe wie meckern, jammern, wimmern oder quengeln zum Ausdruck bringen. Die Eltern  müssen mit der Zeit lernen, diese unterschiedlichen Lautäußerungen richtig einzuordnen und dementsprechend zu reagieren.  Nach etwa drei Monaten ist es erfahrungsgemäß für die Eltern häufig leichter, die Hilferufe des Babys richtig zu interpretieren.

Was kann man tun? Die Grundregelvorweg: bloß nicht nervös werden, wenn das Baby zu  schreien beginnt. Unruhe und Hektik übertragen sich nämlich schnell auf das Kind, verunsichern nur das Baby zusätzlich und das Schreien wird  noch schlimmer! Schreit ein Kind, können folgende Verhaltensregeln oder Maßnahmen schnell dazu beitragen, dass sich das Baby wieder
wohlfühlt:   Fängt ein Kind zu schreien an, sollte man am Besten sofort der Ursache  nachgehen: Hunger, Hitze, Kälte oder eine volle Windel lassen sich schnell feststellen und sollten auch sofort behoben werden. 
Ein schreiendes Baby sollte zunächst einmal in die Arme genommen und  gestreichelt werden. Ein Kind beruhigt sich in vielen Fällen schnell, wenn  es getragen und  hin und her gewogen wird, man es im Kinderwagen  oder im Auto spazieren fährt, ihm etwas vorsingt oder vorsummt. 
Man muss sich vergewissern, dass das Kind keine Schmerzen hat oder  aufstoßen muss. Schreit es über längere Zeit vor Schmerzen, muß  unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
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Überprüfen Sie systematisch, welche Ursachen für eine plötzliche Unruhe in Frage kommen:

  • Hat das Kind Hunger oder Durst? Überdenken Sie, ob die angebotene Nahrung noch altersgerecht ist oder ergänzt werden muß. Der junge Säugling gibt selbst den Rhythmus seiner Nahrungsaufnahme vor. Bei diesen jungen Kindern sind neben der Brust- oder Flaschenahrung in der Regel auch keine zusätzlichen Teegaben nötig. Eine Ausnahme bilden fiebernde Kinder, überhitzte Räume u.ä.
  • Blähungen und Verdauungsstörungen können dem Baby gerade in den ersten drei Lebensmonaten Monaten schwer zu schaffen machen und starke Bauchschmerzen verursachen. Das Baby zieht dabei die Beine stark an und sein Bäuchlein bzw. Unterleib ist gespannt und fühlt sich  hart an. Wenn Kinder an Blähungen leiden, können ganz

  •  unterschiedliche Ursachen dafür verantwortlich sein: Häufig treten Blähungen auf, wenn das Kind zuviel Luft geschluckt hat.  Beim Trinken - ganz gleich ob an der Brust oder aus der Flasche – schlucken Babys immer Luft. Damit sie diese wieder abgeben können,
    müssen fast alle Babys Saugpausen zum Aufstoßen einlegen. Fließt die Muttermilch in großen Mengen und zu schnell aus der Brust,  muß das Kind hastig trinken und kann sich dabei leicht verschlucken.  Erhält das Kind Flaschennahrung, ist auf die richtige Saugergröße zu
    achten. Durch zu kleine oder zu große Sauglöcher wird das Luftschlucken gefördert.
    Flaschenkinder machen häufig die Schaumblasen, die sich beim  Durchschütteln der Fertignahrung bilden, zu schaffen. Diese Blasen  lösen sich oftmals nicht richtig im Magen auf und verursachen  Blähungen. 
  • Das Kind hat die Windel voll.
  • Es ist müde: Fast alle Babys fangen zu schreien oder quengeln an, wenn sie müde                  sind. Sie wissen noch nicht, was „Schlafen" bedeutet und empfinden Müdigkeit gelegentlich als ein unangenehmes Gefühl, dass sie nicht einordnen  können. 
  • Das Baby schwitzt. Mit einem einfach Trick kann man leicht feststellen, ob es dem Baby zu

  • warm ist: man steckt zwei Finger in den Halsausschnitt am Nacken. Fühlt sich die Haut warm oder feucht an, ist es dem Kind zu heiß.  Erst wenn das Kind über 5 Kilogramm auf die Waage bringt, ist es gegenüber Temperaturschwankungen unempfindlicher und kann sich
    ihnen besser anpassen.
  • Das Kind bekommt Zähne.Viele Eltern machen den Fehler, und führen das unleidliche Verhalten des Kindes während dieser Monate ständig auf das Zahnen zurück.  Andere Ursachen werden dann oftmals gar nicht in Erwägung gezogen.  Außerdem sind starke Zahnungsschmerzen eher selten. Die Kinder  empfinden meist nur das Kribbeln, das starke Spannungsgefühl oder   den ungewohnten „Fremdkörper" als besonders unangenehm und

  • störend. 
  • Es ist einsam. Zuwendung und Geborgenheit sind für die seelische Entwicklung von größter Wichtigkeit.
  • Das Kind ist krank. Jedes anhaltende und ungeklärte Schreien ist auf eine Erkrankung verdächtig. In diesen Fällen muß eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

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