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| Schlafprobleme |
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Der Schlaf ist keineswegs ein passives Abschalten, sondern eine sehr aktive Lebensphase, in der Eindrücke und Erlebnisse des Tages verarbeitet werden – auch schon von Babys. Außerdem wird während der Nacht vermehrt Wachstumshormon produziert. Wie lange sollte ein Kind täglich schlafen? Bereits bei Neugeborenen ist das Schlafbedürfnis sehr unterschiedlich. Sie können bis zu sechzehn Stunden täglich schlafen. Sie erwachen anfangs alle zwei bis drei Stunden, um zu trinken. Die einzelnen Schlafperioden sind noch relativ kurz, die Gesamtschlafzeit aber lang. Erst langsam verlängern sich die einzelnen Schlafperioden. Speziell in den ersten drei Lebensmonaten haben die Kinder noch keinen ausgereiften Schlafrhythmus, sondern die Schlafphasen werden von den aktuellen Lebensbedürfnissen des Babys geprägt. Es kann dadurch zu einem sehr unruhigen Tagesablauf kommen, an den sich vor allem junge Eltern zunächst einmal gewöhnen müssen. Der Zeitpunkt des nächtlichen Durchschlafens hängt unter anderem davon ab, wie rasch dieser Reifungsprozess abläuft. Weder mit „Schreien-Lassen“ , vermehrter Nahrungszufuhr, erst recht nicht mit Medikamenten kann dieser Prozess beschleunigt werden. Kleinkinder im Alter bis zu fünf Jahren schlafen in der Regel elf bis zwölf Stunden pro Tag. Davon wird ein Teil auf ein bis zwei Tagesschlafzeiten abgezweigt. Je mehr ein Kind tagsüber schläft, umso weniger schläft es nachts und umgekehrt. Schläft Ihr Kind etwa ein bis zwei Stunden weniger als der Durchschnitt, ist aber sonst gesund, dann sollten Sie sich keine Sorgen machen. Beachten Sie auch, dass Angaben in Büchern meist die Gesamtschlafzeit betreffen. Der Schlaf verläuft nicht gleichmäßig, sondern in charakteristischen Phasen. Die ersten zwei bis drei Stunden sind die Zeit größter Schlaftiefe. Während dieser Phase haben viele Kinder einen völlig harmlosen, die Eltern aber häufig mit Sorge erfüllenden Schweißausbruch. In der restlichen Nacht wechselt die Schlaftiefe in einem ständigen Auf und Ab. Diese sogenannte REM-Phase (Rapid-Eye-Movement, eine Phase schneller Augenbewegungen bei geschlossenen Lidern) ist auch die Zeit der Träume. Während der Zeiten flachen Schlafes wachen die Kinder mehrfach beinahe auf, schlafen aber normalerweise problemlos wieder ein. Angst oder andere Befindlichkeiten können diesen normalen Schlafablauf aber erheblich stören. Es ist also nicht leicht, die tatsächliche Schlafdauer exakt zu bestimmen. Das Führen eines Schlafprotokolls kann hier weiterhelfen. Vergleichen Sie auch die Schlafgewohnheiten Ihres Kindes mit denen naher Verwandter. Familiäre Ähnlichkeiten können auf erbliche Besonderheiten hinweisen. Unterbrechungen und Störungen: Im Alter von fünf bis
sechs Monaten ist in der Regel keine Nachtmahlzeit mehr nötig. Viele
Säuglinge möchten jedoch besonders gerne nachts gestillt werden.
Wenn Ihr Kind dieses Alter erreicht hat und Sie nachts nicht mehr stillen
möchten, kann folgendes Vorgehen hilfreich sein:
Wie verhalte ich mich,
wenn das Kind schreit?
Oftmals werden Kinder unbeabsichtigt zu nachtaktiven Geschöpfen erzogen. Andere neigen von Natur aus dazu. Eine „Umgewöhnung“ kann sehr mühsam sein, und sie gelingt nur, wenn die Eltern streng gemeinsam handeln. Wählen Sie dafür einen günstigen Zeitraum, etwa den Urlaub. Ist Ihr Kind vier bis sechs Monate alt, dann gelingt die „Korrektur“ meist in einer Woche. Ist es älter, kann die Umgewöhnung zwei bis drei Wochen dauern. Sie sollten sich gut vorbereiten, um nicht bereits nach der ersten Nacht aufzugeben. Sprechen Sie als Eltern miteinander ab, wie Sie die Sache im Detail angehen wollen. Gehen Sie gleichzeitig mit Ihrem Kind zu Bett, um selbst genügend Ruhe zu bekommen. Versuchen Sie, wenn das Baby erwacht, mit den kleinstmöglichen Mitteln auszukommen: Streicheln Sie Ihr Kind, geben Sie den Schnuller und decken Sie es gut zu. Wenn das Baby erneut oder weiter unruhig ist, dann warten Sie fünf bis sieben Minuten ab, bevor Sie wieder zu ihm gehen. Sollte dies nicht helfen, dann wickeln Sie es. Machen Sie jedoch kein helles Licht und reden Sie nicht mit ihm. Gestalten Sie die Nacht für Ihr Kind so ruhig und uninteressant wie möglich. Lassen Sie das Kind erneut für fünf bis sieben Minuten alleine und wiederholen Sie das geschilderte Vorgehen. Tritt keine Ruhe ein, dann bieten Sie ein wenig Wasser an. Damit signalisieren Sie Ihrem Baby, dass es nachts nichts zu essen gibt und es gibt Ihnen Gewissheit, dass Ihr Kind nicht durstig ist. Auf keinen Fall dürfen Sie die Flasche neben das Kind ins Bett legen. Dies ist ausgesprochen gefährlich! Übrigens kann auch das Rauchen in der Wohnung zu kindlichen Schlafstörungen führen. Ein besonderes Problem ist das Schlafen im Bett der Eltern. Natürlich fühlt sich ein Kind in ihrer Nähe am wohlsten. Hier findet es Wärme, Geborgenheit und Nähe. Aber dieser Schlaf kann für das Kind gefährlich werden. Abgesehen davon ist es eine tiefgreifende Entscheidung, ob Eltern das Kind bei sich im Bett schlafen lassen wollen. Über die Konsequenzen sollte man sich vorher gründlich aussprechen. Hat sich das Kind erst einmal an diese von ihm erwünschte Nähe gewöhnt, kann es sehr schwer werden, diese Entscheidung rückgängig zu machen. Nicht selten sind Ehekrisen das Ergebnis einer solchen Schlafgemeinschaft. Ein Kompromiss kann sich anbieten, indem Sie das Kinderbett direkt neben Ihr Bett stellen. So hat das Kind die Eltern in greifbarer Nähe. Wie Sie sich auch entscheiden: Tun Sie nur das, was Sie und Ihr Partner wirklich wollen. Was „man“ meint, muss nicht das beste für die eigene Familie sein. Einige Kinder schlafen tatsächlich erst mit etwa anderthalb Jahren eine ganze Nacht durch, ganz egal, was die Eltern ausprobieren. Tipps zur Gewöhnung
an das eigene Bett
Nach Untersuchungen von Prof.
Linderkamp sind etwa 20 Prozent aller Säuglinge Schreibabys: Sie haben
bereits unter dem dritten Lebensmonat Schreiattacken, die länger als
drei Stunden täglich dauern, mindestens an drei Tagen in der Woche
auftreten und das Kind zeigt insgesamt länger als drei Wochen diese
Auffälligkeit. Bei 90 Prozent dieser Schreihälse sind keinerlei
organische Leiden zu finden. Sie sind sensibel, unruhig, leicht zu irritieren
und schwer zu beruhigen. Einige von ihnen sind später hyperaktiv und
neigen auch weiterhin zu Schlafproblemen. Das Schreien hat nichts
mit komplizierten Eltern zu tun, aber das Gebrüll kann die Beziehung
belasten. Eltern verlieren das Selbstvertrauen, entwickeln Schuldgefühle.
Häufig werden diese Kinder abgelehnt. So betroffene Eltern sollten
professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. An fast allen großen Kinderkliniken
gibt es inzwischen Spezialsprechstunden. Außerdem bieten Selbsthilfegruppen
und Foren im Internet Hilfe an, z.B. www.trostreich.de, www.elternimnetz.de
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