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Alle Reiseimpfungen
erfordern eine individuelle und aktuelle Beratung, die Sie bei Ihrem Arzt
erhalten.
Für Kinder
gelten darüber hinaus einige Besonderheiten:
Kinder sind durch
Infektionskrankheiten stärker gefährdet als Erwachsene. Daher
sollte bei jeder Fernreise in einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung
gemeinsam mit einem Arzt die Schutzmaßnahmen für das Kind besprochen
werden. Insbesondere Kurzreisen mit langen Flugreisen (z.B. Interkontinentalreisen)
und kurzen Erholungszeiten im Reiseland unter fremden Lebensbedingungen,
bedeuten für Kinder ein größere Umstellung als für
Erwachsene. Mit großer Sensibilität können Kinder auf veränderte
Tagesabläufe, ungewohnte Nahrungsmittel, Infektionen und Flüssigkeitsverluste
reagieren, daher sind v.a. Abenteuer- und Trekkingreisen mit kleinen Kindern
nicht empfohlen.
Impfempfehlungen
für Kinder :
Impfungen sollten
möglichst rechtzeitig geplant und durchgeführt werden, damit
bei der Abreise ein ausreichender Impfschutz besteht. Grundsätzlich
benötigen Kinder die von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen (gegen
Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Keuchhusten, Haemophilus influenzae
B, Masern, Mumps, Röteln) und ggf. zusätzlich individuell empfohlene
Reiseimpfungen.
In Europa sollen mehr Kinder als
bisher gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis
(FSME) geimpft werden, meinen europäische Impfexperten.
Bei einer internationalen FSME-Konferenz in Tirol in Österreich
haben sie hierzu eine Konsensus-Erklärung verfaßt (Wien Med
Wschr 154, 2004, 9). Jedes Kind, das in einem FSME-Risikogebiet wohnt oder
dort hinreist, sollte danach den Schutz bekommen.
Für die Reiseimpfungen
gelten folgende Altersbeschränkungen:
Gelbfieber nicht
unter 6 Monaten
Cholera (Injektion)
nicht unter 6 Monaten
Cholera (Schluckimpf.)
nicht unter 2 Jahren
Typhus (Schluckimpf.
oder Injektion) nicht unter 2 Jahren
Meningokokken-Meningitis
(Serotyp A, AC, ACWY) nicht unter 18 Monate
Meningokokken-Meningitis
(Serotyp C ) nicht unter 6 Wochen
FSME (aktiv) nicht
unter 1 Jahr
Japanische Enzephalitis
nicht unter 1 Jahr
Die gleichzeitige
Gabe mehrerer Impfstoffe an verschiedenen Körperstellen wird in der
Regel von den Kindern gut vertragen.
Malariarisiko
bei Kindern:
Reisen in Malaria-Risikogebiete,
insbesondere in Resistenzregionen, ist mit Kindern (v.a. Säuglingen
und Kleinkindern) nicht empfohlen. Ein guter und sorgfältiger Mückenschutz
ist bei Kindern unbedingt erforderlich. Die medikamentöse Malariaprophylaxe
richtet sich nach Alter und Gewicht.
Jedes unklare Fieber
ist grundsätzlich malariaverdächtig bis zum Beweis des Gegenteils.
Bei Fieber sollte
sofort ein Arzt aufgesucht werden. Eine Malaria tropica kann gerade bei
Kindern ein schnellen bösartigen Verlauf nehmen.
Besondere Gefahren
bei Kindern:
Durch zweckmäßige
Kleidung und Kopfbedeckung, sollten Kinder stets einen guten Sonnenschutz
erhalten.
Kinder nicht barfuß
laufen lassen. Barfußlaufen begünstigt den Befall von Parasiten
(z.B. Hakenwürmern) und die Verletzungsgefahr:
Kinder baden gerne
in Gewässern. In Binnengewässern befinden sich jedoch viele Infektionserreger.
Kinder sollten daher nicht in stehenden Gewässern baden. Am Meeresstrand
oder im Pool bestehen in aller Regel keine bedenken
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