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Muttermilch zur Behandlung?
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Immer wieder wird von Hebammen die Muttermilch zur örtlichen Behandlung von Bindehautentzündungen oder Nabelinfektionen empfohlen. Die Ansicht, daß Muttermilch dabei eine hervorragende antibakterielle , also heilende Wirkung habe, ist weit verbreitet. 
Nun liegt zu diesem Thema eine kompetente Stellungnahme von Prof. v. Loewenich von der Uni-Klinik Frankfurt/Main vor. 
 
Während Mutermilch im Darm des Kindes tatsächlich eine gewisse Schutzwirkung gegen Darminfektionen entfalten kann, ergab seine Recherche, daß sich die reife Muttermilch bei ihrer Nutzung zur lokalen Anwendung  als völlig unwirksam gegen alle in Frage kommenden Keime erwies. Auch eine besondere antivirale Wirkung scheint sich alsreiner Wunschtraum zu entpuppen. Im Gegenteil: Muttermilch kann nach Loewenich mitunter für das Kind gefährliche Viren enthalten (Herpes simplex, Cytomegalie, HIV, Hepatitis B).

Loewenich nahm in diesem Zusammenhang kritisch zu den Praktiken einiger Hebammen Stellung: "In der Tat hat sich bei einem Teil (durchaus nicht bei allen!) der Hebammen eine kurative Subkultur entwickelt, in der man Medizin verachtet..." "Hebammen haben häufig eine Schlüsselposition inne und vertreten grüne Einstellungen... Auch feministische Einflüsse sind nicht zu übersehen".. "Deartige Hebammen stellen eine Gefahr für die KInder dar, da sie von richtiger Pädiatrie abraten".

Auch wir kennen solche Fälle, in denen durch Hebammen falsche Beratungen bezüglich Ernährung und Behandlung abgegeben werden. Wir können nur dringend empfehlen, in allen Zweifelsfällen die Meinung des Kinderarztes einzuholen.Noch einmal: Muttermilch in das Auge des Neugeborenen zu träufeln, um eine Bindehautentzündung zu behandeln, ist blanker Unsinn, in der Regel allerdings ungefährlich.