Genetische Faktoren bestimmen,
wer an Asthma oder anderen allergischen Krankheiten erkrankt. Zusätzliche
Umweltfaktoren begünstigen die Entstehung. Immer deutlicher wird allerdings
der Verdacht, daß nicht die Verdreckung der Umwelt, sondern eher
die Sauberkeit das Auftreten von Allergien begünstigt. Nicht zu viele
Allergene, sondern ein zu geringer Allergenreiz fördert offensichtlich
allergische Reaktionen. Bei der Propagierung der HA-Nahrungen geht man
aber immer noch von der gegenteiligen Vorstellung aus.
Die kritische Bewertung der
deutschen GINI-Studie, deren Einjahresergebnis nun vorliegt, erbrachte
ebenfalls keine überzeugenden Belege für eine vorbeugende Wirkung
hypoallergener Nahrungen bezüglich späterer Erkrankungen an Neurodermitis.
Die definitorischen und statistischen Ansätze der Studie werden darüberhinaus
kritisch kommentiert.
Viele Jahre nach Einführung
hydrolysierter Milchen fehlt somit noch immer der wissenschaftliche Beweis
für ihre Wirksamkeit.
Die Vorstellung, über
modifizierter Säuglings-Nahrungen eine Schutzwirkung gegen das Auftreten
von Allergien aufbauen zu können, wird auch durch neue Forschungsergebnisse
getrübt, die selbst bei einer reinen Muttermilchernährung keine
protektive Wirkung hinsichtlich der Allergie-Praevalenz nachweisen konnten.
Auch die Ansicht, durch spätere
Breifütterung Allergien zu verhindern, ist nach neueren Untersuchungen
strittig. Auch frühe (!) Kuhmilchexposition und Ei-Zugaben sollen
danach keine Allergien provozieren.
Zumindest schwedische Mütter
scheinen diese Unsicherheit zu spüren und kümmern sich wenig
um entsprechende Empfehlungen.
(zit. Spranger
in Hibb-Lit.Service 2004)