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Mutismus
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Der sogenannte Mutismus gehört zu den ungewöhnlichsten Störungsbildern. 
Häufig wird der Begriff und auch die ihm zugrunde liegenden Auffälligkeiten mit einer autistischen Störung verwechselt. Beide haben aber nichts miteinander zu tun.

Wissenschaftliche Definition: Bezeichnung für ein beharrliches Schweigen beim Menschen, obwohl die Sprechorgane intakt sind. Das Schweigen kann absichtlich geschehen oder aber mit einer psychischen Hemm-Störung in Zusammenhang stehen. Die Ursachen des Mutismus sind vielfältig und noch wenig erforscht. Der Mutismus ist nicht nur ein persönliches Problem, sondern er ist im gesellschaftlichen Zusammenhang zu sehen, d. h. gesellschaftliche Konflikte und Fehlentwicklungen können zu sozialen Entfremdungen und Ängsten führen. Es kann zu Mutismus kommen u.a. bei Neurosen, psychogenem Stupor, Schrecklähmungen, heftigen Gemütsbewegungen usw. Mutismus tritt auch häufig bei sensiblen Kindern auf , wenn deren Bedürfnis nach Zuwendung, Liebe und Sicherheit vernachlässigt werden oder wenn soziale Ängste durch negative Erfahrungen außerhalb des Elternhauses entstanden sind. Dabei unterscheidet man den totalen Mutismus (das Kind redet mit niemandem mehr) vom selektiven M. (das Kind spricht mit einigen auserwählten Personen bzw in einem räumlich oder zeitlich begrenzten Umfeld). 
In vielen Fällen läßt sich jedoch keine ursächliche Klärung herbeiführen. M. ist in den meisten Fällen durch verschiedene Formen der Psychotherapie, Sprachtherapie und Verhaltenstherapie zu heilen.

Immer noch wird das Schweigen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter als trotziges Willkürverhalten missverstanden und in seiner Bedeutung für die gesamtpersonale Entwicklung unterschätzt, obwohl, wie bereits geschildert, die psychosozialen Folgen einer mutistischen Symptomatik gravierend sein können: soziale Isolation, erschwerte Kindergartenzeit, Schulprobleme, Depressionen und reduzierte Berufsperspektiven.

Nicht selten sind die Angehörigen nach einer anfänglichen Phase des mitfühlenden Engagements ähnlich überfordert und resignativ wie die Mutisten selbst, erst recht, wenn sich die Suche nach einer geeigneten Behandlungsmöglichkeit als Odyssee des Leidens herausstellt.

Die Anlaufstelle für kindliche Mutisten ist der Kinderarzt, der in der Regel den Kinderpsychiater zu Rate zieht.
Auch im Internet gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Hilfsangeboten, die auch Elternforen und Selbsthilfegruppen einschließen.

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