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Aus für die Bronchitis-Einreibung

Der Konsumgüterhersteller Procter & Gamble nimmt Wick Baby Balsam europaweit vom Markt. Die Erkältungsbabypflege enthält ätherische Öle von Eukalyptus und Lavendel.  Ausgelöst worden ist die Rücknahme durch die französische Gesundheitsbehörde. Der Behörde sind zwei Fälle gemeldet worden, in denen Babys, die mit Wick behandelt wurden, Krämpfe bekommen hatten. Ein direkter Zusammenhang mit der Einreibung wurde vom Hersteller zwar in Frage gestellt, aber:  "Wir haben Wick Baby nun aber auch in Deutschland und in den restlichen europäischen Ländern freiwillig vom Markt genommen, um die Kunden nicht zu verunsichern" erklärte die Firmensprecherin.

Kinderärzte warnen seit langem allgemein vor einer allzu sorglosen Anwendung solcher  Einreibungen, da die Resorption dieser Öle unerwünschte Nebenwirkungen auslösen kann und auch Atemstörungen beschrieben wuden. Zumindest bei Säuglingen sollte die Anwendung ähnlicher Präparate unterbleiben.

Und das alles ist nicht neu:
 
"Stiftung Warentest" Dezember 2004, Seite 92:
Einreibemittel: Keine ätherischen Öle wie Kampher- oder mentholhaltige Mittel bei Säuglingen und Kleinkindern! 
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Kinderärztliche Praxis Nr 5 / 2004:
Insgesamt kann die Anwendung von Eukalyptus äußerlich in der Atemluft als wenig effektiv, nicht risikolos und somit als kaum zu empfehlen bezeichnet werden.
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„Stiftung Warentest" Dezember 2003, Seite 87

Vorsicht: Stark riechende ätherische Öle, vor allem Campher und Menthol nicht bei Säuglingen und Kleinkindern verwenden: Krämpfe, Atemnot und Atemstillstand drohen.
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"Der Tagesspiegel" vom 9.6.2002 :
Atemnot nach zwei Tropfen Öl 

Da die Arzneimittelhersteller vor allem die teuren Unbedenklichkeitsstudien scheuen, gelten nicht wenige Naturheilmittel laut Packungsbeilage als ungeeignet für Schwangere und Kinder unter zwölf Jahren.

Zumindest bei ätherischen Ölen aber ist das Risiko gut dokumentiert. Bereits ein bis zwei Tropfen Pfefferminzöl an Nase oder Mund führen bei Kleinkindern und Säuglingen zu Schleimhautreizungen und Atemnot. Indem der Kehlkopf reflexartig die Luftröhre verschließt, droht das Kind zu ersticken. Während sich 1990 offenbar kein einziges Kind mit Eukalyptus, Minze und Co. vergiftetet, stieg die Zahl der in Deutschland gemeldeten Fälle in den letzten fünf Jahren auf 1000. Inzwischen stehen, nach Aussage von Matthias Brockstedt vom Giftzentrum Berlin, ätherische Öle auf Rang drei der zu Vergiftungen bei Kindern und Säuglingen führenden Haushaltsprodukte. Und Öle mit nennenswerten Gehalten von Thujon, Campher oder anderen Ketonen, die in der Aromatherapie Verwendung finden, können auch die Gesundheit Erwachsener gefährden. Bei unsachgemäßem Gebrauch können sie sogar epileptische Anfälle auslösen, die Leber schädigen oder zu Fehlgeburten führen.
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Rundschreiben Apothekerkammer Berlin 1/2001 /Seite 20 :
Mayoran-Butter 

Frage: Gerade in der letzten Zeit fragten zahlreiche Kunden nach Majoransalbe für Säuglinge und Kleinkinder. Uns ist bekannt, daß diese Zubereitungen nicht mehr zur Anwendung kommen sollten. Wir bitten Sie, uns diesen Sachverhalt zu erläutern.
Antwort: Majorankraut und -öl wurden von der Kommission E (Phyto-Therapie) negativ bewertet.
Beide Drogen werden bei Schnupfen und Erkältungskrankheiten und bei Verdauungsbeschwerden angewendet. Die Wirksamkeit bei den beanspruchten Anwendungsgebieten ist allerdings nicht belegt.
Majorankraut (Herba majoranae) enthält u.a. Phenole und Phenolglykoside als Arbutin und Hydrochinon in niedriger Konzentration. Die Cancerogenität von Arbutin und Hydrochinon im Tierversuch ist bewiesen. Die topische Applikation führt zur Depigmentierung der Haut und ist daher nicht für einen längeren Gebrauch geeignet. Berichte über entsprechende Nebenwirkungen von majoranhaltigen Salben liegen in beiden Fällen nicht vor.
Angesichts der nicht ausreichend geklärten Risiken sollte die Anwendung von Majoranbutter bei Säuglingen und Kleinkindern nicht erfolgen.
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arznei-telegramm 2001; Jg. 32, Nr. 10, Seite 103 vom 12.10.01 :
Schwerer Stridor mit Atemnot nach Inhalation ätherischer Öle: 

Ein dreijähriges Kind mit Pseudokrupp erwacht frühmorgens mit bellendem Husten. Die Eltern lassen über eine Inhalations-Glocke eine wässrige Lösung mit Zusatz von vier Tropfen BABIX-Inhalat N inhalieren, einer Kombination aus Fichtennadel- und Eukalyptusöl. Unmittelbar anschließend tritt schwerer Stridor mit Atemnot auf. Vom Kinderarzt erhält das Kind notfallmäßig Prednisolon als Klysma und Adrenalin per Inhalation. Innerhalb von 30 Minuten bildet sich der Stridor zurück (NETZWERK-Bericht 11.487). Ätherische Öle wie Fichtennadel-, Eukalypnis- oder Kiefernnadelöl werden gern als Einreibung oder Inhalat bei akuten grippalen Infekten eingesetzt (vgl. a-t 1996; Nr. 12: 122 - siehe unten). Ein günstiger Einfluss solcher Maßnahmen auf Beschwerden oder Krankheitsverlauf ist nicht durch kontrollierte Studien belegt. Von Kinderärzten wird sogar eindringlich vor Gebrauch ätherischer Öle bei Pseudokrupp gewarnt. Wegen hyperämisierender Effekte sind Schleimhautschwellungen der oberen Luftwege mit lebensbedrohlichen Atemnotzuständen als Folge zu befürchten. Bei vielen Ölzubereitungen sind dagegen in der Gebrauchsinformation akute grippale Infekte, teils auch ausdrücklich Pseudokrupp (z.B. bei BABIX-Inhalat N), als Anwendungsgebiet angegeben. So wird zur Indikation, was Kontraindikation sein sollte. Da hilft es nicht, wenn Kleinkinder bei den Gegenanzeigen genannt werden. Tritt Pseudokrupp doch typischerweise in diesem Alter auf. 
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arznei-telegramm a-t 1996; Nr. 12: 122 :
ÄTHERISCHE ÖLE OFT UNVERTRÄGLICH

Winter ist Erkältungszeit, entsprechend husten meine kleinen Patienten jetzt häufig. Eltern lieben den Duft ätherischer Öle, und so werden die Kinder jetzt wieder reichlich mit dem Eukalyptus- und Fichtennadelöl-haltigen BABIX-INHALAT beträufelt und ringen darunter häufig schwer obstruktiv nach Luft (NETZWERK-Bericht 8723).

Bedenklich ist, daß auch von Apotheken vielen meiner Eltern PINIMENTHOL S MILD Salbe (Eukalyptus- und Kiefernnadelöl) für ihre hustenden Kinder empfohlen wird mit dem Hinweis, dieses sei gut, da speziell für Kinder dosiert. Meine Erfahrung widerspricht diesem: Auf kein anderes Medikament sehe ich so regelmäßig leichte bis mittelschwere Hautreaktionen in Form von juckenden papulösen Erythemen. Obwohl der Zusammenhang deutlich ist (die Kinder haben den Ausschlag ausschließlich im Bereich der Einreibungen), nehmen die Eltern diesen nie wahr. Besonders Patienten mit Neurodermitis sind betroffen, immerhin 20% aller Kinder (NETZWERK-Bericht 8724). Aus meiner Sicht sollte man vor der unkritischen Anwendung von PINIMENTHOL S MILD Salbe warnen.