Ein Säurerückfluß
(Reflux) aus dem Magen in die Speiseröhre ist im Kindesalter selten
und betrifft ca. 6 von 1.000 Kinder. Er kommt bei behinderten Kindern mit
deutlicher Häufung vor, z. B. bei spastischer Parese betrifft dies
über ein Drittel der Kinder. Bei manchen Syndromen wie dem Cornelia
de Lange oder Sandifer Syndrom gehört der Säurerückfluß
fast immer zum Krankheitsbild.
In leichten Fällen führen
konservative Behandlungversuche zur verbesserten Magenentleerung. Durch
Nahrungsandickung, Säureblocker oder andere Medikamente kann es zu
zu einer Besserung der Beschwerden kommen. In schweren Fällen reicht
dies nicht, und die Kinder haben weiterhin Schmerzen (Sodbrennen),
Erbrechen, Gewichtsabnahme, anhaltenden Husten und eine chronische Bronchitis
durch Übertreten von Säure in den Luftwegsbereich. Seltener treten
Krämpfe, Atempausen oder Atemstillstände durch Säureüberlauf
in die Luftröhre auf.
Ursachen des Säurerückflusses
ist meist eine mangelhafte oder fehlende Schlußfähigkeit des
Mageneingangsventils durch einen zu weiten Zwerchfellschlitz und eine mangelnde
Befestigung der Speiseröhre an den Rändern des Zwerchfellschlitzes.
Diese angeborenen Defekte
des Mageneingangsventils sollten frühzeitig operativ korrigiert werden,
da der unbehandelte Säurerückfluß neben Lungenentzündungen
zu Geschwüren der Speiseröhre und schließlich nach ca.
2 Jahren zur narbigen Schrumpfung und dauerhaften Einengung der Speiseröhre
führt. Der Säurerückfluß wird durch eine 24-Stunden-Säuremessung
in der Speiseröhre, durch eine Spiegelung von Magen und Speiseröhre
(Gastroskopie) und weitere Untersuchungen nachgewiesen oder ausgeschlossen.