Seit der Propagierung der
Rückenlage zur Verhütung des plötzlichen Kindstods steigt
die Zahl von Säuglingen mit Kopfabflachung (Brachyzephalie) sprunghaft
an. Eltern dieser Kinder sind verunsichert und unglücklich, und es
wird viel da nach gefragt, was unter häuslichen Bedingungen dagegen
getan werden kann.
Ähnliche Probleme bereiten
den Eltern die Schiefköpfe mit ihren vielfältigen und komplexen
Ursachen (neuromuskuläre Erkrankungen, Verletzungen oder Fehlbildungen
im Knochen- und Muskelbereich, vorzeitige Nahtverknöcherung des Schädels,
Zwangsposition im Uterus).
Selbstverständlich bedürfen
Schädeldeformierungen einer kinderärztlichen Beurteilung und
Behandlung, und erfreulicherweise bilden sich viele dieser Deformierungen
spontan auch ohne Behandlung zurück.
Wie aber kann man den Normalisierungsprozeß
unterstützen angesicht der Sorge, mit einer falschen Lagerung das
Leben des Kindes zu gefährden?
Eine Gruppe von angelsächsischen
Forschern hat folgendes Lösungsangebot: Die Babys sollten mit regelmäßig
eingeschobenen Intervallen einer überwachten Bauchlage unterzogen
werden, der sogenannten "Bäuchleinzeit". Es ist wichtig, daß
die Kinder in dieser überschaubaren Zeit nicht unbeobachtet bleiben.
Drei bis vier mal täglich eine halbe Stunde dürfte angemessene
Zeit sein.
Es wurde nachgewiesen, daß
sich die Köpfe von Kindern mit "Bäuchleinzeit" schneller besserten.
Seitenlage bessert die Asymmetrie nicht!
Graham u.a..
J Pediatr 146:253-257